Mitlautdarstellung in der Stiefografie
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Die Rationelle Stenografie (Stiefografie) hat nur 24 Zeichen für Konsonanten und Konsonantenverbindungen (Deutsche Einheitskurzschrift 56 Zeichen, Stolze-Schrey 44 Zeichen). Bei der Entwicklung wurden nach Angaben des Erfinders über eine Million Silben ausgezählt, um die Häufigkeit eines jeden Konsonanten am Anfang, in der Mitte und am Ende des Wortes zu ermitteln. Stief machte die Auszählung, ohne die Häufigkeitsstatistiken von Friedrich Wilhelm Kaeding zu kennen. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass Stiefs Zählungen, die etwa 50 Jahre nach Kädings Häufigkeitszählungen erfolgten, mit denen von Kaeding fast übereinstimmten. 

Nach diesen Ermittlungen wurden die am leichtesten zu schreibenden und somit schreibflüchtigsten Zeichen den häufigsten Mitlauten zugewiesen. Beispiel: Der Mitlaut d ist in der deutschen Sprache der häufigste Konsonant am Anfang eines Wortes; über 80 Prozent aller d stehen am Wortanfang. So wies Stief dem d das sehr leicht zu schreibende Zeichen zu, das in der Einheitskurzschrift für die Vorsilbe „ver“ verwendet wird.

Der Konsonant v hat kein eigenes Zeichen, sondern wird je nach Aussprache entweder als f oder als w dargestellt. Auch für c und y gibt es keine eigenen Zeichen. Sie werden ebenfalls rein phonetisch dargestellt, nämlich als k oder z für c und als i, j oder ü für y. Den sehr seltenen Mitlauten x und qu sind ebenfalls keine eigenen Zeichen zugewiesen. Sie werden durch die Schreibung von ks bzw. kw wiedergegeben.

Eigene Mitlautfolgezeichen gibt es für ch, nd = nt, ng = nk, pf, sch, sp und st. Sie dürfen bei der Verbindung von Vorsilben mit dem Wortstamm und bei Wortzusammensetzungen nicht benutzt werden. Bei Konsonantenverbindungen, für die kein eigenes Zeichen vorgesehen ist, werden die Mitlaute zur Unterscheidung der Selbstlautdarstellung für e ganz eng aneinander gefügt.

Das nicht hörbare tonlose Dehnungs-h wie zum Beispiel h im Wort „Reh“ entfällt auch, wenn es am Ende eines Wortstammes steht. Das ck wird durch k und tz wird durch z wiedergegeben. Die Mitlautverdopplung entfällt im Gegensatz zur Deutschen Einheitskurzschrift und zum System Stolze-Schrey, wo l, r, und s (bei Stolze-Schrey noch weitere Mitlaute) verdoppelt dargestellt werden, in der Stiefografie vollständig. Bei Verwechslungsgefahr bestimmter Wörter werden Doppelmitlaute durch einen waagrechten Strich über dem Konsonanten angedeutet. Auf die gleiche Weise können bei Notwendigkeit und Verwechslungsgefahr auch v, nk und nt von f, w, ng und nd unterschieden werden.

Sämtliche Mitlaute und Mitlautfolgezeichen haben in der Grundstufe der Stiefografie nur zwei Zeichengrößen (Deutsche Einheitskurzschrift fünf Zeichengrößen) und sind höchstens eine Stufe groß (Buchstabengröße zum Beispiel von m oder r in der Langschrift). Unter- und Oberlängen entfallen ganz. Mehrstufige Zeichen sind erst in der Aufbauschrift zu finden.


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